MAIV: Felicia Specht seit 2024 im Vorstand
Architektur lebt vom Austausch, von unterschiedlichen Perspektiven und von Menschen, die miteinander ins Gespräch kommen.
Genau deshalb engagiere ich mich neben meiner Arbeit bei FV2 im Vorstand des Münchner Architekten- und Ingenieur-Vereins, kurz MAIV.
Ein Netzwerk für Architektur und Ingenieurwesen
Der MAIV blickt auf eine lange Geschichte zurück und vereint heute mehr als 300 Mitglieder aus Architektur, Ingenieurwesen und verwandten Disziplinen. Für mich ist der Verein vor allem eines: ein gelebtes Netzwerk, das Menschen zusammenbringt, die unsere gebaute Umwelt über Generationen, Büros und Fachrichtungen hinweg gestalten.
Für mich zeigt sich der Wert dieses Netzwerks oft ganz konkret im Berufsalltag: Wenn besondere Expertise gefragt ist, eine Frage außerhalb der eigenen Disziplin auftaucht oder Projekte aufgrund von Spezialisierung oder Kapazitäten weitervermittelt werden, kann man auf ein gewachsenes Netzwerk zurückgreifen. Auch für Wettbewerbe finden sich darüber Partner mit unterschiedlichen Erfahrungen und Referenzen, die sich sinnvoll ergänzen.
Persönliche Netzwerke sind wichtiger denn je
Gerade heute halte ich solche persönlichen Netzwerke für wichtiger denn je. Ein immer größerer Teil unseres beruflichen Austauschs findet virtuell statt. Das bringt viele Möglichkeiten mit sich, birgt für mich aber auch die Gefahr, dass etwas verloren geht: die spontane Diskussion, das persönliche Kennenlernen, der Austausch von Erfahrungen und nicht zuletzt die Beziehungen, aus denen neue Ideen und Kooperationen entstehen.
Wer wettbewerbsfähig bleiben, gute Teams entwickeln und neue Perspektiven gewinnen möchte, sollte nicht ausschließlich still vor dem eigenen Laptop in der virtuellen Welt arbeiten. Architektur ist Kommunikation und braucht reale Begegnung.
Als eines von zwei Vorstandsmitgliedern beschäftige ich mich deshalb intensiv mit der Frage, wie wir dieses Netzwerk weiterentwickeln und zugleich eine neue Generation für den MAIV begeistern können.

Werksführung bei Salamander: Persönlicher Austausch und Einblicke vor Ort sind ein wichtiger Bestandteil des MAIV-Netzwerks.
Architektur und Stadtentwicklung unmittelbar erleben
Ein wesentlicher Teil meiner Arbeit ist die Konzeption und Organisation unserer Veranstaltungen. Dabei geht es uns nicht nur um Vorträge und Diskussionen, sondern vor allem darum, Architektur und Stadtentwicklung unmittelbar erlebbar zu machen.
Der MAIV ermöglicht seinen Mitgliedern Einblicke in Orte und Prozesse, die der breiten Öffentlichkeit häufig nicht zugänglich sind: Wir besichtigen Münchens Großbaustellen, beschäftigen uns mit aktuellen Quartiersentwicklungen und erhalten exklusive Einblicke etwa in den Aufbau des Oktoberfests oder die Sanierung des Olympiaturms.
Der direkte Austausch mit den Menschen, die für Planung, Konstruktion und Umsetzung verantwortlich sind, macht diese Termine besonders wertvoll.

Einblicke in aktuelle Stadt- und Quartiersentwicklungen – hier am Münchner Tucherpark.
Den MAIV für eine neue Generation öffnen
Gleichzeitig möchten wir den MAIV stärker für eine neue Generation öffnen. Dazu gehören die aktive Gewinnung neuer Mitglieder und eine zeitgemäße Kommunikation.
Gemeinsam mit unserem Beirat konzipieren wir deshalb unseren Social-Media-Auftritt neu. Das ist für mich kein Widerspruch zum persönlichen Netzwerk. Im Gegenteil: Über digitale Kanäle erreichen wir neue und insbesondere jüngere Zielgruppen, die bislang noch wenige Berührungspunkte mit dem MAIV haben. Sie können Interesse wecken, informieren und den ersten Kontakt herstellen. Die eigentliche Verbindung entsteht anschließend im persönlichen Austausch.

Der Austausch mit der Technischen Universität München verbindet den MAIV mit der nächsten Generation.
Eine Brücke zwischen Studium und Berufspraxis
Eine besondere Rolle spielt dabei unsere Verbindung zur Technischen Universität München. Mit dem MAIV-TUM-Preis möchten wir herausragende junge Talente früh sichtbar machen und eine Brücke zwischen Studium und Berufspraxis schaffen.
Studierende sollen den MAIV bereits während ihrer Ausbildung als offenen Ort für Austausch und Vernetzung kennenlernen.
Zu meiner Vorstandstätigkeit gehört außerdem die Gewinnung neuer Fördermitglieder. Ein lebendiger Verein braucht neben Ideen und persönlichem Engagement starke Partner, die seine Arbeit langfristig unterstützen und gemeinsam mit uns Verantwortung für die Münchner Baukultur übernehmen.

Fördermitglieder wie Rubner Holzbau unterstützen die Arbeit und das Netzwerk des MAIV.
Engagement im MAIV als Teil der Architektur
Viele dieser Themen beschäftigen mich auch als Gründerin von FV2. Seit der Gründung unseres Büros vor neun Jahren interessiert mich nicht nur das einzelne Gebäude, sondern ebenso das Umfeld, in dem Architektur entsteht: der Dialog zwischen Disziplinen, der Austausch von Wissen und die Frage, wie wir gemeinsam unsere Städte und Lebensräume weiterentwickeln.
Mein Engagement im MAIV ist deshalb für mich keine Tätigkeit neben der Architektur. Es ist ein Teil davon.
Mehr über den MAIV
Weitere Informationen zum Münchner Architekten- und Ingenieur-Verein, seinen Veranstaltungen und Aktivitäten finden Sie auf der Website des MAIV.












